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Türschwellen-Effekt: Auf dem Weg in den Keller vergessen, was Sie da wollten

Kennen Sie das auch? Sie gehen in einen anderen Raum, z.B. den Keller oder die Küche und haben dann nach Betreten des Raumes vergessen, was Sie dort erledigen oder holen wollten?

Türschwellen-Effekt
Das Vergessen beim Betreten eines neuen Raumes ist der sogenannte Türschwellen-Effekt (Doorway Effect). Das Gehirn interpretiert das Durchschreiten einer Tür als eine „Ereignisgrenze“, die eine Episode abschließt und eine neue beginnt.
Auch eine Gesprächsunterbrechung kann als Ereignisgrenze wahrgenommen werden und lässt uns die Gedanken des ursprünglich beabsichtigten Gesprächsverlaufs vergessen.
Dabei werden Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis, die nicht mehr als relevant für die neue Umgebung eingestuft werden, ausgeblendet. 

Ursachen und Hintergründe des Phänomens:

Ereignisgrenze
Unser Gehirn unterteilt den Alltag in kleine, abgeschlossene Episoden. Das Überschreiten einer Türschwelle dient als Trennlinie, die alte Gedanken wegsortiert.
Wegsortieren von Informationen
Der Wechsel in einen neuen Raum signalisiert dem Gehirn, dass Erinnerungen aus dem vorherigen Raum nicht mehr wichtig sind. Das Gehirn räumt Platz für neue Sinneseindrücke ein.
Kontextverlust
Erinnerungen sind oft eng mit dem Ort verknüpft, an dem sie entstanden sind. Fehlt dieser Kontext (der ursprüngliche Raum), ist der Zugriff auf die Information erschwert. Die Rückkehr in den vorigen Raum ist nicht zwingend mit einer Rückkehr der Erinnerung verbunden – ein Versuch ist es jedoch wert. Es ist auch möglich, dass nach einer gewissen Zeit der Entspannung die Erinnerung zurückkommen wird.
Mentale Überlastung
Der Effekt verstärkt sich, wenn man abgelenkt ist und mehrere Dinge gleichzeitig im Kopf hat. 
Unser Fazit für Aulendorf
Es handelt sich um einen normalen, oft funktionalen Vorgang des Gehirns und nicht um ein Zeichen von Demenz oder Gedächtnisstörungen. Er entsteht durch eine kurzzeitige Unterbrechung der Aufmerksamkeit und betrifft selbst Menschen mit exzellentem Gedächtnis. Da weder Stress noch kognitiver Abbau die Ursache sind, lässt er sich am besten durch konzentriertes Handeln und das Vermeiden von Ablenkungen umgehen.

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