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Filterblasen und Echokammern – Wie das Internet unseren Bestätigungsfehler füttert – und wie wir die digitale Lupe abstellen.

Im letzten Beitrag haben wir über den „Bestätigungsfehler“ gesprochen – den inneren Filter unseres Gehirns, der am liebsten Informationen sammelt, die unsere eigene Meinung bestätigen. In der heutigen digitalen Welt hat dieser psychologische Trick einen mächtigen Komplizen bekommen: Algorithmen. Aus unserem persönlichen Filter wird so ganz schnell eine digitale Blase.

Was sind Filterblasen und Echokammern?

Was sind Filterblasen und Echokammern?
Wenn wir Plattformen wie Google, YouTube, Facebook oder Instagram nutzen, wollen diese Unternehmen eines: Dass wir möglichst lange auf ihrer Seite bleiben. Deshalb beobachten sie genau, was wir anklicken, worauf wir emotional reagieren und was wir mit „Gefällt mir“ markieren.
Die Filterblase
Die Algorithmen im Hintergrund sortieren das Internet für uns vor. Wer sich viel für Naturheilkunde interessiert, bekommt immer mehr Beiträge dazu angezeigt. Wer sich über ein bestimmtes politisches Thema ärgert, sieht plötzlich nur noch Aufreger-Nachrichten zu genau diesem Thema. Unsichtbar umgibt uns eine Blase aus Inhalten, die uns gefallen oder uns emotional triggern.
Die Echokammer
In den sozialen Medien führt das dazu, dass wir fast nur noch Beiträge von Menschen sehen, die exakt so denken wie wir. Wie in einem leeren Raum hallen unsere eigenen Meinungen von den Wänden zurück. Es entsteht der Eindruck: „Alle in meinem Umfeld sehen das genauso wie ich – also muss ich recht haben!“

Warum ist das ein Problem für das Zusammenleben?

Das Internet vermittelt uns dadurch eine verzerrte Realität. Die Gefahr: Wir verlernen das Verständnis für Menschen, die eine andere Meinung haben, weil wir deren Argumente in unserer digitalen Welt überhaupt nicht mehr zu Gesicht bekommen. Das kann zu Unverständnis und Spaltung führen – selbst in einer überschaubaren Gemeinschaft wie bei uns in Aulendorf.

So stechen Sie die digitale Blase auf
Sie müssen nicht auf das Internet verzichten, um die Kontrolle zurückzugewinnen. Mit diesen einfachen Kniffen lüften Sie Ihre digitale Blase:
Den Algorithmus verwirren
Suchen Sie im Internet ganz bewusst nach Themen oder Sichtweisen, die Sie normalerweise nicht anklicken würden. Das bringt die Logik der Programmcodes durcheinander.
Vielfalt bei den Quellen
Nutzen Sie für Nachrichten verschiedene Medien mit unterschiedlichen Ausrichtungen (z. B. öffentlich-rechtliche Medien, verschiedene Tageszeitungen oder wissenschaftliche Magazine).
Cookies und Verlauf löschen
Bereinigen Sie ab und zu den Browserverlauf Ihres Computers oder Smartphones. Nutzen Sie gelegentlich Suchmaschinen, die Ihre Daten nicht speichern (wie z.B. DuckDuckGo).
Das echte Gespräch suchen
Die beste Echokammer-Kur gibt es immer noch offline. Sprechen Sie beim Bäcker, auf dem Wochenmarkt oder im Verein mit Menschen. Im direkten Gespräch von Angesicht zu Angesicht stellen wir meist schnell fest: Die Welt ist viel bunter und vielschichtiger, als der Smartphone-Bildschirm uns weismachen will.

Fazit

Das Internet zeigt uns nicht die Welt, wie sie ist – sondern die Welt, von der es glaubt, dass wir sie sehen wollen. Bleiben wir also die Chefs über unsere eigene Meinung!

Bleiben Sie kritisch, digital wachsam und vor allem miteinander im Gespräch!
Ihre Solidarische Gemeinde Aulendorf

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