Fit im Kopf – Gedächtnis stärken im Alltag
Ein starkes Gedächtnis ist keine Frage des Alters, sondern des Trainings! Unser Gehirn bleibt bis ins hohe Alter anpassungsfähig. Wer es regelmäßig fordert, sichert sich Selbstständigkeit, meistert den Alltag souverän und behält die sprichwörtliche Lebensqualität. Das Geheimnis dahinter ist einfach: Durchbrich die Routine! Sobald das Gehirn etwas Neues tun muss, entstehen frische Nervenverbindungen.
Gesund durchs Jahr mit der Solidarischen Gemeinde Aulendorf
Unser Infokärtchen im August empfiehlt das Rückwärtslesen von Wörtern – also einen Begriff im Kopf von hinten nach vorne zu buchstabieren oder zu lesen. Das ist ein hervorragendes, kleines Workout für das Gehirn. Kurz gesagt stärkt es die geistige Fitness aus folgenden drei Gründen:
- Es fordert das Arbeitsgedächtnis extrem heraus: Wenn du ein Wort wie „REGENSCHIRM“ rückwärts liest, musst du das Wort zuerst visuell im Kopf abspeichern, die Reihenfolge der Buchstaben aktiv umdrehen und das Ergebnis stabil halten, während du es aussprichst. Das trainiert den mentalen „Notizblock“ deines Gehirns.
- Es bricht automatische Muster auf: Unser Gehirn liebt Routinen. Normalerweise lesen wir Wörter fließend als ganzes Bild (Mustererkennung). Beim Rückwärtslesen wird dieser Automatismus blockiert. Das Gehirn muss die Komfortzone verlassen und neue, ungewohnte neuronale Wege aktivieren.
- Es steigert die Konzentration und visuelle Vorstellungskraft: Man kann ein Wort kaum rückwärts lesen, ohne es innerlich stark zu fokussieren und quasi vor dem inneren Auge „aufzuschreiben“. Das schult die Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit zur mentalen Bildverarbeitung.
Es ist im Grunde wie Krafttraining für die grauen Zellen: Je ungewohnter die Aufgabe, desto mehr muss sich das Gehirn anstrengen und anpassen (Neuroplastizität).
Lust auf mehr?
Hier sind noch weitere Übungen, die Sie ohne großen Aufwand mitten in Ihren Alltag integrieren können:
- Die Hand wechseln: Putzen Sie sich morgens die Zähne, kämmen Sie sich oder öffnen Sie Türen ganz bewusst mit der „schwachen“ Hand (als Rechtshänder mit links und umgekehrt). Das aktiviert die jeweils andere Gehirnhälfte und fördert die Koordination.
- Einkaufen im Kopf (Die Routen-Methode) Verzichten Sie beim nächsten Einkauf auf den Zettel. Verknüpfen Sie stattdessen die Lebensmittel im Geist mit Stationen in Ihrer Wohnung (z.B. Die Milch steht gedanklich auf dem Fernseher, das Brot liegt im Flur). Rufen Sie den Weg im Supermarkt ab.
- Wort-Rondo beim Spaziergang Suchen Sie sich beim Gehen ein langes Wort aus Ihrer Umgebung (z.B. „Schlosspark“). Finden Sie nun im Kopf zu jedem einzelnen Buchstaben ein neues Wort, das mit diesem beginnt (Sonne, Chor, Herbst, Liebe…).
- Der abendliche Rückblick Setzen Sie sich abends für fünf Minuten ruhig hin und gehen Sie den Tag wie einen Film rückwärts durch: Was habe ich zu Abend gegessen? Wen habe ich nachmittags getroffen? Was habe ich morgens zuerst getan? Das stärkt das Langzeitgedächtnis.
- Zahlen-Jonglage Zählen Sie beim Treppensteigen oder beim Warten auf den Bus in Viererschritten rückwärts – starten Sie zum Beispiel bei der Zahl 100 (100, 96, 92, 88…). Das trainiert die Konzentration und das Arbeitsgedächtnis.
Bleiben Sie aktiv und geistig fit!
Ihre Solidarische Gemeinde Aulendorf e.V.
